Deutschland macht weiter mobil
- Reservisten für Krisen-Einsätze-

Bisher gehörte das Reservisten-Dasein bei ehemaligen Bundeswehrsoldaten eher zum angenehmen Teil ihres Soldatenlebens, ließ sich doch so eine kleine Auszeit vom trivialen Alltagsleben organisieren. Saufen und Maulheldentum - bisher ganz ohne persönliches Risiko. Das soll nun nach dem Willen des Verteidigungsministeriums anders werden. Nach bisher noch nicht offiziell bestätigten Informationen gibt es dort einen Referentenentwurf, der besagt, dass geplant ist, "reine Reservisteneinheiten für Kriseneinsätze im Ausland zusammen(zu)stellen." (zit. n. Frankfurter Rundschau v. 2.3.02),
Zwei Fliegen mit einer Klappe: man schont erstens den Bestand und bereitet zweitens auf diese Weise die Gesellschaft auf die Zunahme von kriegerischen Einsätzen vor.
Widerstand wird abgebügelt, denn die Reservisten sollen auch gegen den Willen ihrer Arbeitgeber eingezogen werden können.
Aha, dritte Fliege: an die Stelle der Reservisten können ja kurzzeitig Arbeitslose eingestellt werden. Ein Zyniker könnte auf den Gedanken kommen, damit könne eventuell auch die Dauerarbeitslosigkeit eingedämmt werden...
Ein Schuft, wer Böses dabei denkt.
HPJ

www.neusser-monat.de (7.3.2002)