Grüne Verkehrspolitik

Das waren noch Zeiten, als die Grünen im Lande sich stark machten für den radikalen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs. Preiswerte und bürgerfreundliche Verkehrsmittel sollten gegen Umweltverschmutzung, Stress und die Belastung des privaten Geldbeutels das Leben in den Städten angenehmer gestalten.
Nun tragen die Grünen Regierungsverantwortung. Und da sieht die Sache anders aus.
In Neuss beschimpft der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Michael Klinkicht, der vor vielen, vielen Jahren durch Hausbesetzungen für bezahlbaren Wohnraum demonstrierte, den ungezogenen Bürger: "Schuld an Staus und hohem Verkehrsaufkommen tragen in erster Linie die Bürger selbst." Warum? "... auf der einen Seite wollen wir verkehrsberuhigte Zonen, auf der anderen Seite möglichst schnell von A nach B gelangen." (ebd.)
Als gestandener und kalkulierender Staatsdiener weiß Klinkicht, dass dies nicht zusammengeht. Einfach Geld rausschmeißen, um dem Bürger ein hübsches Ambiente zu genehmigen, ist nicht mehr Sache der Grünen. Hingegen ist Bescheidenheit und Verzicht angesagt.

www.neusser-monat.de (23.1.2003)