Die Heimatfront im Hinterland steht fest geschlossen

Vor kurzem sorgte ein Antrag der Grünen im Kaarster Schul- und Kulturausschuss für Aufruhr.
Da hatte der kulturpolitische Sprecher der Grünen und gleichzeitige Kulturhistoriker Karl-Heinz Konzelmann es gewagt, eine Gedenktafel anstelle des 1934 in Kaarst-Büttgen eingeweihten Kriegerdenkmals zu fordern. Wir wissen, vor Tische werden oft die Backen aufgeblasen, doch später schrumpft des Teutschen Mut: Es war nicht mehr von einem Ersatz die Rede, d.h. keine Schleifung des Schandmals, sondern lediglich von einer Informationstafel als eine Art "Handreichung", so die Sprecherin der SPD, U. Vogt, die nicht abgeneigt war, dem Antrag zuzustimmen. Denn sie weiß: "Man sieht nur, was man weiß:" (lt. Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 16.1.03)
Da seien aber die örtliche Wählergemeinschaft (UWG) und die CDU samt Schützen davor. Dieselben pflegen Jahr für Jahr daselbst ihre Totenehrung vorzunehmen. "Ein Denkmal braucht keine Tafel, die uns sagt, was wir zu denken haben!", ließ sich gar eine "Frau und Nicht-Schützin", eben Ratsfrau Treger, zur Sache aus. Nachdem also erst einmal den Kulturbolschewisten im Ausschuss ordentlich die Meinung gegeigt und die Grenzen aufgezeigt waren, ruderten diese wie betroffene Pudel mächtig zurück: Der grüne Konzelmann wollte es nun mit einer einfachen Jahreszahl bewenden lassen: "Es genüge auch eine Tafel mit dem Hinweis, aus welcher Zeit das Mahnmal stamme." So berichtete der Heimatfrontberichterstatter "barni" von der NGZ.
Zur Information: Die siegreichen Alliierten hatten im März 1945 verlangt, das am 11. November 1934 eingeweihte "Ehrenmal" zu übermalen. Später wurde es dann auf Anweisung der Briten mit einer Teerschicht überzogen. Die Sieger über den Hitlerfaschismus hatten aber nicht mit der Hartnäckigkeit der örtlichen Heimatverteidiger gerechnet: 1951 entfernten örtliche Schützen die Teerschicht und sogar 1984 wurde das Monstrum unter Denkmalschutz gestellt.
Und das offensichtlich in weiser Voraussicht: War schon der Leitspruch, der das Denkmal "ziert": "Ihr starbt für die Heimat", verlogen bis auf die Knochen, so soll diese Losung auch heutzutage wieder dürren Trost spenden, wenn am Hindukusch, am Horn von Afrika oder wohin der deutsche Soldat respektive die Soldatin, seinen bzw. ihren blutigen Stiefel hinsetzt und die Heimat und unser Land verteidigt (Minister Struck) und drauflos gestorben wird.
Bedenke: Dulce et decorum est pro patria mori

HPJ

www.neusser-monat.de (17.1.2003)