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Von der offiziellen Neusser Politik bisher unbeachtet blieb die Berichterstattung
des Neusser Heimatblattes über den so menschenfreundlichen Umgang des
Neusser Sozialamtes mit frisch arbeits- und mittellos gewordenen Zeitgenossen
(wir berichteten).
Jetzt hat sich als Erste nicht etwa die Ratsopposition (SPD, Bündnisgrüne,
Unabhängige-PDS) dieses Themas bemächtigt, nein - es war eine wackere
CDU-Frau, die der Sozialamtsspitze um Schützenbruder Söhngen hilfreich
zur Seite sprang. CDU-Ratsfrau Holt präzisierte Anfang November noch
einmal für die, die es bisher nicht richtig verstanden hatten: "Laut
neuester Rechtssprechung müsse (!) derjenige, der um Hilfe nachsuche,
täglich (!) bemüht sein, seinen Lebensunterhalt durch eigene Erwerbstätigkeit
zu decken: "Wer arbeiten kann, soll dem Staat nicht auf der Tasche liegen",
so die forsche Ratsfrau, "dazu gehören auch Aushilfstätigkeiten,
Urlaubsvertretungen und Gelegenheitsarbeiten."(Lt. Neuß-Grevenbroicher
Zeitung). Frau Holt kann es sich auch nicht verkneifen, auf das "äußerst
erfreuliche Ergebnis" (ebda) zu verweisen: "Der Anteil der Arbeitslosen
an der Gesamtzahl der Neuzugänge (beim Sozialamt, HPJ) ist von 67 auf
35 Prozent gesunken." (NGZ). Dank der als "Neusser Modell"
firmierenden Schikanen, vergaß sie hinzuzufügen.
Das wird sich besonders das "christliche" Lokalblatt, respektive
der verantwortliche Redakteur hinter die Ohren schreiben müssen, der
doch mit seinem Artikel im Oktober seine Besorgnis ob solch in seinen Augen
unchristlichen, die Nächstenliebe grob missachtenden Tuns, zu Protokoll
geben wollte.
Da haben die Neusser Verbände und Einrichtungen, die im Sozialbereich
wirken, doch besser aufgepasst.
Sie richteten Anfang November ihre gemeinsame Protestaktion gegen den "sozialen
Kahlschlag" mächtig gegen die SPD/Grüne-Landesregierung und
überreichten mediengerecht dem Vorsitzenden des Jugenhilfeausschusses
Th. Nickel sowie dem schon erwähnten Sozialdezernenten Peter Söhngen
ihr Protestschreiben. Sie vergaßen auch nicht zu erwähnen, dass
die Aktion sich "ausdrücklich gegen die Landesregierung und nicht
gegen die Stadt...(richte).", so NGZ v. 13.11.02. Wes Brot ich ess, des
Lied ich sing`..
Für so viel Umsicht dankte die Stadt prompt mit der Ankündigung,
ab Januar die stadteigenen Stadtwerke verstärkt gegen das "Schwarzfahren"
vorgehen zu lassen. Verbunden ist dies mit einer Erhöhung des Bußgeldes
vorn derzeit 30 auf dann 40 . Das wird die armen Schlucker,
die sich kein Ticket leisten können, aber freuen, dass sie nun helfen
dürfen, den jährlichen (herbeifantasierten) Einnahmeverlust des
Unternehmens von ca. 750.000 wieder wettzumachen.
HPJ